Aktuelle Berichte der Stiftung SLW

 
Sicherung des Kindeswohls

Stiftung SLW Altötting hilft Kindern in der Corona-Krise

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen sind in der Stiftung SLW Altötting beherrschendes Thema: Unter Einhaltung des Infektionsschutzes werden die teil- und vollstationären Angebote der Jugendhilfe an allen Standorten weiter betrieben, ebenso die Ambulanten Hilfen zur Erziehung. Der Schutz des Kindeswohls hat auch in diesen Zeiten weiterhin oberste Priorität.

Seit den angeordneten Betretungsverboten für Schulen und Kindertagesstätten haben die Fachkräfte im Schul- und Kindertagesstättenbetrieb die Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, aufgebaut und führen diese auch in den Osterferien fort.
Unter Einhaltung des Infektionsschutzes werden die teil- und vollstationären Angebote der Jugendhilfe an den SLW-Standorten weiter betrieben, ebenso die Ambulanten Hilfen zur Erziehung. In Altötting und Marktl etwa betreuen Fachkräfte Kinder und Jugendliche in den heilpädagogischen und therapeutischen Wohngruppen und führen den Betrieb der heilpädagogischen Tagesstätte für Vorschulkinder im Notbetreuungsmodus.

 

Auch in Zeiten der Corona-Krise laufen die ambulanten, teil- und vollstationären Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in der Stiftung SLW weiter. Foto:SLW

Der Schutz des Kindeswohls steht ganz oben
Oberste Prämisse in diesen Hilfen zur Erziehung ist die Sicherung des Kindeswohls. So hat das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales in seiner jüngsten Handlungsempfehlung nochmals betont, dass auch in Corona-Zeiten die Anordnungen des jeweiligen Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls nach Achtem Sozialgesetzbuch durch entsprechende außerfamiliäre Betreuung gelten und Ausnahmen vom Betretungsverbot erteilt werden. Entsprechend gilt für die vollstationären Wohngruppen in beiden SLW-Einrichtungen die Empfehlung, die Kinder und Jugendlichen in Absprache mit den Sorgeberechtigten, derzeit möglichst nicht nach Hause fahren zu lassen, um die Ansteckungsgefahr in den Gruppen zu reduzieren.
Sorge bereitet den Verantwortlichen im Stiftungsvorstand und in den Einrichtungen die fehlende Schutzausrüstung im Falle eines begründeten Verdachtsfalls oder einer Corona-Infektion. Mit Hochdruck wird derzeit versucht, stiftungsweit und auf Landkreisebene entsprechenden Bedarf an geeigneten Schutzmasken und Kleidung für die Mitarbeitenden und Kinder anzumelden.


Inobhutnahme-Plätze werden aufgestockt
„Nicht überraschend“, so Frank Einwanger, Ressortleiter Pädagogik, „ist es, dass das Jugendamt Altötting vermehrt Kindeswohlgefährdungen befürchtet in Familien, die den Herausforderungen, die Schulschließungen und
Ausgangsbeschränkung mit sich bringen, nicht standhalten.“ So laufen seit einigen Tagen intensive Gespräche zwischen dem Jugendamt Altötting, dem Vorstand der Stiftung SLW und Vertretern der Einrichtungen in Marktl und Altötting, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Vernachlässigung sicher zu stellen. Da die bestehenden Inobhutnahme-Plätze im Landkreis aller Voraussicht nach nicht ausreichen werden, wird aktuell im Antoniushaus Marktl eine eigene Inobhutnahme-Gruppe mit fünf Plätzen für Mädchen und Jungen eingerichtet. Diese soll laut der Regierung von Oberbayern als zuständige Heimaufsicht befristet für die Zeit der Krise bedarfsorientiert in Betrieb bleiben und das Jugendamt Altötting für begründete Verdachtsfälle akuter Kindeswohlgefährdung als Belegmöglichkeit zur Verfügung stehen.