Aktuelle Berichte der Stiftung SLW

Qualitätszirkel Kinderschutz

Schutz junger Menschen vor Gewalt

Die erfolgreiche Umsetzung des Kinderschutzes ist den verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen im SLW seit Jahren eines ihrer wichtigsten Anliegen. „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“, „Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ oder „Sexualpädagogik“ sind feste Bestandteile in den Qualitätsmanagementhandbüchern und Konzeptionen der SLW- Einrichtungen.

Um sowohl die aktualisierten fachlichen Anforderungen des Sozialgesetzbuchs VIII als auch die entsprechenden Leitlinien des Deutschen Caritasverbands in der alltäglichen Praxis zu verwirklichen, trafen sich von März bis Juni 2022 Mitarbeitende aus unterschiedlichen pädagogischen Arbeitsfeldern aller acht Einrichtungen zu einem „Qualitätszirkel Kinderschutz“. Die Initiative für die stiftungsweite Zusammenarbeit ging von zwei Pädagogen aus, die den Qualitätszirkel auch fachlich begleiteten und die schriftlichen Arbeitsergebnisse dem Stiftungsvorstand zur Freigabe vorlegten. Frank Einwanger ist Pädagogischer Leiter im Franziskushaus Altötting und als Stabstelle für „Hilfen zur Erziehung“ übergreifender Ansprechpartner des Vorstands und der Einrichtungsleitungen. Robert Aichinger kann als Verantwortlicher für Organisations- und Qualitätsentwicklung selbst auf langjährige pädagogische Leitungserfahrung und Praxiserfahrung zurückblicken.

 

Frank Einwanger (li.) bespricht mit einer Gruppe des Qualitätszirkels den Zwischenstand der Arbeitsergebnisse zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Foto: SLW

 

Unterschiedliche Quellen von Gewalt

Ein Schwerpunkt des Qualitätszirkels war der Schutz der jungen Menschen vor Gewalt. Dabei wurden unterschiedliche Formen von Gewalt herausgearbeitet, wie etwa körperliche und seelische Gewalt sowie die sexuelle oder sexualisierte Gewalt mit besonders schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Gewalt kann unterschiedliche Quellen haben. Die Täter sind dabei nicht nur fremde Personen, sondern sie sind häufig auch im häuslichen oder familiären Umfeld zu finden. Nicht selten kommt es auch zu Gewaltanwendungen unter Gleichaltrigen. Der Kinderschutz der heutigen Zeit muss sich auch mit Gewalt über Medien beschäftigen. Hier ist in erster Linie die Nutzung des Internets zu beachten, bei der es Eltern oder anderen erwachsenen Bezugspersonen häufig nicht mehr gelingt, einen beschützenden Überblick zu behalten. Zu einem interessanten Meinungsaustausch regte letztendlich auch der Gedanke an, inwiefern sogar von erzieherischen oder schulischen Einrichtungen Gewalt ausgehen kann. Können Regeln, Verbote oder Konsequenzen bereits als „Gewalt“ bezeichnet werden?

 

Gemeinsame Mindeststandards

Zur Vorbeugung möglicher Risiken und Gefahren formulierte der Qualitätszirkel gemeinsame Mindeststandards, die in den pädagogischen Konzeptionen der SLW- Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Angebotsformen umzusetzen sind. Zur gegenseitigen Unterstützung wurde Fachliteratur ausgetauscht.

Kinderschutz ist ein Prozess, der niemals abgeschlossen sein wird, sondern ständig aufs Neue auf den Prüfstand muss. So wollen die Mitwirkenden des Qualitätszirkels aber auch die Leitungsverantwortlichen der acht Häuser miteinander im Einrichtungsverbund des SLW zum Kinderschutz im Gespräch bleiben. Nicht zuletzt sollen auch im stiftungsinternen FORUM SLW immer wieder interessante Fortbildungsangebote geschaffen werden, um die Erzieherinnen und Erzieher zu unterstützen, den selbst gesteckten hohen Anforderungen zum Wohle der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerecht zu werden.

Robert Aichinger, Ressort Organisations- und Qualitätsentwicklung SLW