Ohne sie läuft einfach nichts: SLW Haustechniker
Stiftung SLW Bayern. Ob tropfender Wasserhahn, Fahrdienst, Heizungsstörung, Möbelmontage oder kreative Projekte für die Kinder – ohne die Haustechniker würde der Alltag in den Einrichtungen der Stiftung SLW nicht rundlaufen. Sie sorgen im Hintergrund dafür, dass alles funktioniert. Sie sind Handwerker, Organisatoren, Problemlöser. Manche betreuen einen einzelnen Standort, andere sind für mehrere Häuser zuständig. Was sie alle vereint: handwerkliches Können, Improvisationstalent und eine große Leidenschaft für das, was sie tun.

Engagierte Haustechnik-Teams der SLW Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Fotos: Andrea Obele
St. Maria Fürstenzell
„Die Arbeit eines Hausmeisters hat sich mit den Jahren stark verändert. Heute ist man Planer, Organisator und Handwerker, der Arbeiten und nebenbei auch den ganzen Papierkram erledigen muss“, so beschreibt Hans Schneemayer seine Tätigkeit. Er leitet das vierköpfige Haustechnik-Team am Standort St. Maria Fürstenzell. Gemeinsam kümmern sie sich um alles, was in der Einrichtung anfällt – vom Aufbau neuer Möbel oder Spielgeräte über Schreiner-, Maler- und Sanitärarbeiten bis hin zu Spielplatzkontrollen, Winterdienst oder dem Umzug ganzer Gruppenräume. Was selbst erledigt werden kann, wird auch gemacht. „Ich mag das Planen und Organisieren genauso wie das Handwerkliche – auch wenn es oft eine Herausforderung ist, alles unter einen Hut zu bringen“, erzählt Schneemayer. Als gelernter Schreiner bringt er nicht nur Können, sondern auch kreative Ideen mit ein. Wichtig ist ihm ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe im Team: „Wir haben schon viele Feste und Projekte gemeinsam gestemmt, da blicken wir gerne drauf zurück.“
St. Josef Traunstein
Seit acht Jahren ist Anderl Zollhauser in St. Josef in Traunstein als Haustechniker mit Leib und Seele im Einsatz. Zuständig ist er für das Hauptgebäude sowie ein 11.000 Quadratmeter großes Gelände mit Streuobstwiese am Hang. Zwei Teilzeit-Mitarbeiter unterstützen ihn unter anderem dabei, die Standorte in Siegsdorf und Eisenärzt-Hörgering mit Essen und Material zu beliefern. Der gelernte Zimmermann braucht oft viel Fantasie, um bei der Technik des zum Teil mind. 130 Jahre alten Hauses Leitungen zu finden und sie zu modernisieren. Ein Highlight ist die alte Schreinerei, die Anderl noch aktiv nutzt: „Wir bauen keine Möbel mehr, aber kleinere Reparaturen oder Sonderanfertigungen schon.“ Zum Beispiel einen Kaufladen, den sich die Strolchegruppe gewünscht hat. Besonders stolz ist Anderl auf seine Bienenvölker, die direkt vor dem Gruppenraum stehen: „Wenn die Kinder mich bei der Arbeit mit den Bienen beobachten, ist das was Besonderes. Dann kleben die Nasen fast am Fenster und die Augen strahlen.“ Neben dem sehr guten Arbeitsklima und der Möglichkeit, seine Arbeit frei einzuteilen, freut es ihn besonders, wenn jedes Kind einer Kindergartengruppe im Vorbeigehen lautstark „Hallo Anderl!“ ruft: „Wenn dir da nicht das Herz aufgeht, hast du was verkehrt gemacht.“
Pädagogisches Zentrum St. Josef Parsberg
Ein eingespieltes und humorvolles Team mit vier Kollegen kümmert sich im PÄZ Parsberg um Schule, Kita, Heimgruppen, Verwaltung und mehrere Außenstellen. Der Arbeitsalltag ist vielfältig, berichtet Markus Dorfner: „Fahrdienst, Instandhaltung, Reparaturen, externe Firmen anleiten, Pflege der Außenanlagen, Umbauplanung – alles gehört dazu.“ Wichtig sei dabei, allen KollegInnen, Kindern und Anforderungen so gut wie möglich gerecht zu werden. Keine ganz einfache Aufgabe, denn Aufwand und Dokumentation werden immer mehr. Was trotzdem Freude macht? Dorfner antwortet augenzwinkernd: „Meist der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, dazu kommen deren innovative Ideen zur Umgestaltung von Gebäudeteilen und Inventar.“ Kreative Lösungen sind für die „Tausendsassas“ Alltag, denn, wie sie bescheiden sagen: „Wir müssen handwerklich alles können.“
Josefsheim Wartenberg
Das vierköpfige Haustechnikteam des Josefsheims Wartenberg betreut das Haupthaus und mehrere Außenstellen – das Kloster Moosen ist dabei die größte. Wolfgang Gruber leitet das multiprofessionelle Team und koordiniert die Einsätze mit Daniel Dudek sowie zwei Minijobbern. Gemeinsam übernehmen sie Wartung, Reparaturen, Umbauten und das umfangreiche Fuhrparkmanagement mit insgesamt zwölf Fahrzeugen. Auch Metallarbeiten, Garten- und Landschaftspflege sowie der Winterdienst gehören zu ihrem Aufgabenbereich. „Wir beziehen die Kinder oft mit in Arbeiten ein, die ihnen Spaß machen. Für manche sind wir männliche Bezugspersonen, sie warten regelrecht auf uns. Das macht uns sehr viel Freude“, erzählen Gruber und Dudek. „Im Josefsheim haben wir ein tolles Arbeitsklima, wir arbeiten alle sehr gerne hier.“ Und obwohl das Hoffest viel Arbeit bedeutet, ist es für das Team der Haustechnik ein Highlight. Die größte Herausforderung? „Dass wir sehr spontan arbeiten müssen. Fast nie ist etwas planbar. Es kommt immer anders als gedacht.“ Umso schöner, dass die Haustechniker eigene Ideen einbringen können, und diese in der Regel auch umgesetzt werden.
Walburgisheim Feucht
Die nächste Generation hat sich vom vielseitigen Berufsbild der Haustechnik im Walburgisheim Feucht anstecken lassen: Ingo Iberl tritt in die Fußstapfen seines Vaters Hans Iberl und bringt frischen Wind in das Team. Gemeinsam sorgt das Duo dafür, dass alle Aufgaben im Walburgisheim und an elf Außenstandorten mit technischem Know-how und Kreativität gelöst werden. Das Aufgabenspektrum reicht von Spielplatzkontrollen bis zur Reparatur von Fahrzeugen und allem, was mit der Immobilie zu tun hat – vom tropfenden Waschbecken bis zu defekten Schränken. „Die Flexibilität und Vielseitigkeit unserer Aufgaben machen den Job so spannend. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen“, erklärt Hans Iberl. Besonders interessant ist für ihn der direkte Kontakt mit den Gruppen: „Wenn wir streichen, dürfen die Kinder mithelfen und bekommen einen Einblick ins Handwerk.“
Franziskushaus Altötting
Seit über 25 Jahren ist Georg Hausner als Haustechniker im „Franzihaus“ tätig. Mit einem fünfköpfigen Team (vier Vollzeit, zwei Teilzeit) betreut er das weitläufige Gelände mit mehreren Gebäuden und einem Gästehaus. „Der Fuhrpark ist sehr groß im Franziskushaus, die Wasserhygiene braucht viel Zeit, auch die Verkehrssicherung und der Winterdienst sind ein großes Thema. Unsere Arbeit ist geprägt von Fahrdiensten, dazu kommen Wartung und sehr viel Koordination“, sagt Hausner. Neben laufenden Reparaturen setzt das Team auch neue Projekte um – aktuell einen überdachten Fahrradunterstand. „In den letzten Jahren war der Brandschutz ein Dauerbrenner, bei einem alten Sonderbau wie dem unseren gelten strengere Richtlinien.“ Direkten Kontakt mit Kindern gibt es zum Beispiel, wenn Jugendliche ab der 8. Klasse ein Praktikum bei den Haustechnikern machen. Kreativ werden können die Haustechniker etwa, wenn sie zum Kindergeburtstag einen Stuhl in einen Thron umbauen. Am meisten freut es Hausner, der nächstes Jahr in den Ruhestand geht, wenn durch gute Planung alles reibungslos klappt. Seine Bilanz nach über zwei Jahrzehnten: „Langweilig war’s nie.“
Antoniushaus Marktl
Das dreiköpfige Haustechniker-Team des Antoniushauses Marktl hat viele Aufgaben: von der Pflege der Außenanlagen und des Sportplatzes über Brandschutz, Wegerecht, Reparaturen, Malerarbeiten und Winterdienst bis hin zu technisch anspruchsvolleren Projekten wie dem Aufbau eines Pizzaofens mit Überdachung. „Wir sind handwerklich sehr breit aufgestellt und decken viele Berufsbereiche ab“, erklärt Harald Markowsky. Zu den regelmäßigen Tätigkeiten zählen auch die Wartung und Instandhaltung der Heizungsanlagen sowie die Betreuung der Beleuchtungstechnik. Besondere Freude bereitet dem Team die Zusammenarbeit mit den Kindern – etwa beim gemeinsamen Aufbau des Winterdorfs, bei Grillfesten oder anderen Mitmachaktionen. Die Haustechniker stellen Materialien bereit und unterstützen die Projekte mit handwerklichem Geschick. „Uns ist wichtig, dass die Kinder sich wohlfühlen“, betonen die drei. „Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig, und weil wir im Alltag auch nahe an den Kindern dran sind, ist kreatives Arbeiten bei uns ausdrücklich erwünscht.“ Ein guter Draht zu den jungen Bewohnern und eine offene Kommunikation stehen dabei stets im Mittelpunkt.
Liebfrauenhaus Herzogenaurach
Im Liebfrauenhaus Herzogenaurach sind zwei Haustechniker im Einsatz. Armin Gumbrecht, seit 25 Jahren dabei, ist hauptsächlich für Schule, Turnhalle und die aufwändige Schwimmbadtechnik zuständig. Markus Ritter, seit fünf Jahren im Haus, betreut die Bereiche Hort 1 - 6, drei Wohngruppen, Betreutes Wohnen, Appartements und die allgemeine Jugendhilfe. Was sie da tun? „Kurz gesagt: Die Haustechnik ist die eierlegende Wollmilchsau“, meint Markus Ritter augenzwinkernd. Alles, was sie selbst erledigen können, gehört zum Aufgabenspektrum – von der Grünpflege, Schreinerei, Maler-, Elektro- und Heizungsarbeiten über Metallbau, Zaunbau, Fuhrpark und Sanitär bis hin zum Müll- und Containerdienst. „Auf jeden Fall darf man keine zwei linken Hände haben“, sagen sie. Mit Werkzeug umgehen, logisch denken, Ersatzteile besorgen und Sicherheitsvorschriften einhalten – das gehört selbstverständlich dazu. „Wir tragen Verantwortung – für die Kinder, für die Mitarbeitenden. Das nehmen wir sehr ernst“, so Ritter. Besonders Freude macht die Vielfalt der Arbeit und wenn nach einer Reparatur oder Installation ein handgeschriebener Dankes-Zettel von einem Kind oder Jugendlichen im Postfach liegt: „So etwas freut einen natürlich.“
Andrea Obele