Aktuelle Berichte der Stiftung SLW

 
Präses-Wechsel im SLW

Pater Heinrich übergibt sein Lebenswerk

35 Jahre stand Pater Heinrich Grumann als Präses an der Spitze des Seraphischen Liebeswerks Altötting, am 15. Februar ist er nun offiziell von Provinzialminister Br. Christophorus Goedereis von diesem Amt entpflichtet worden. Ihm folgt Br. Marinus Parzinger als neuer Beauftragter der Kapuziner, „ein Glücksgriff“, wie es Pater Heinrich selbst formuliert.

Im Rahmen eines Festaktes dankten zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und der SLW-Familie dem Ordensmann für sein jahrzehntelanges Engagement zugunsten von Kindern und Jugendlichen in Bayern und Uganda und feierten mit ihm Gottesdienst in der Kirche des Franziskushauses Altötting.

 

Der amtierende Vorstand der Stiftung SLW mit Vorsitzendem Johannes Erbertseder (v.l.), Präses Br. Marinus Parzinger und stellv. Vorsitzendem Stefan König überreichte Pater Heinrich ein Geschenk als Dank für dessen jahrzehntelangem Dienst im SLW. Foto:SLW

Johannes Erbertseder, Vorstandsvorsitzender der Stiftung SLW, verdeutlichte den geladenen Gästen in seiner Begrüßung die zahlreichen Ämter und Verantwortungsbereiche, die Pater Heinrich 35 Jahre bekleidete. Er war als Präses der Vorsitzende des Vorstands der Stiftung SLW, der Vorsitzende des Vorstands des Fördervereins SLW e.V., der Vorsitzende der SLW Ugandahilfe, der Herausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift ‚Kinderfreund‘ und des ‚Altöttinger Liebfrauenkalenders‘ sowie der Seelsorger für die Mitglieder, Förderer und Helfer im Seraphischen Liebeswerk – kurz, so Vorstand Erbertseder, „Pater Heinrich ist das Seraphische Liebeswerk!“

Die Festgemeinde dankte Pater Heinrich mit stehendem Applaus für sein Engagement zugunsten von Kindern in Bayern und Uganda. Foto:SLW

Pater Heinrich hat Entwicklung des SLW immer gefördert

Als längster amtierender Präses in der Geschichte des SLW seit der Gründung 1889 habe Pater Heinrich den Entwicklungsprozess des Kinderhilfswerks verantwortet, umgesetzt, zugelassen und mitgetragen. „Dafür sagen wir heute Danke!“, richtete Johannes Erbertseder seine einleitenden Worte an den scheidenden Präses. Ein „herzliches Willkommen“ schickte er in seiner Ansprache an Br. Marinus Parzinger, der als ehemaliger Provinzial das SLW bereits bestens kenne und nun die Arbeit von Pater Heinrich im Sinne der Kapuziner weiterführen werde.

In seiner Laudatio zeichnete Provinzialminister Br. Christophorus Goedereis den Weg von Pater Heinrich im SLW nach: Am 01. September 1964 nahm der Ordensmann seine Arbeit im Franziskushaus als Katechet und Spiritual auf, am 01. September 1984 wurde er zum vierten Präses des Seraphischen Liebeswerks bestellt. In seiner Amtszeit verdreifachte sich die Zahl der betreuten Kinder und Jugendlichen, zwei neue Standorte in Traunstein und Parsberg kamen hinzu. Knapp 1.000 Mitarbeiter sind aktuell im SLW beschäftigt, die Angebotspalette hat sich deutlich ausgeweitet. Unter der Leitung von Pater Heinrich wurden rund 30 Mio Euro an Spenden gesammelt, rund 210 Ausgaben des ‚Kinderfreunds‘ und 35 Jahreskalender wurden herausgegeben, rund 30.000 Mitglieder im Förderverein SLW e.V. betreut.

Viele Mitarbeiter im SLW, so wie das Lehrerkollegium der Franziskushausschule, nutzten die Gelegenheit, sich persönlich von Pater Heinrich zu verabschieden. Foto:SLW 

Das Wohl der Kinder steht im Mittelpunkt

„Immer“, so Provinzialminister Goedereis, „ging es dir, lieber Pater Heinrich, um das Wohl der Kinder – hier in Bayern und in Uganda/Ostafrika.“ Am 06. Januar 1992 entschloss sich Pater Heinrich, eine Kinderhilfe für das afrikanische Land zu gründen und sich für AIDS- und Kriegswaisen zu engagieren. Das Kinderheim St. Clare für rund 150 Kinder ist mit Spendengeldern gebaut worden, ebenso wie die Berufsschule St. Konrad. „Du hast dafür gesorgt, dass die Kinder in Uganda ein neues Leben erhalten“, würdigte Franz Lehner als Stellvertreter der gemeinsamen Ugandahilfe vom SLW Altötting und SLW Tirol das unermüdliche Engagement von Pater Heinrich für dieses Hilfsprojekt.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Sellner unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Seraphischen Liebeswerks für die Kreisstadt Altötting und die Region. Seit 2009 ist Pater Heinrich Träger der Goldenen Ehrennadel der Stadt Altötting. „Das SLW steht so gut da, weil du hier in Altötting dafür 35 Jahre gearbeitet hast“, bekräftigte stellvertretender Landrat Stefan Jetz den Dank seines Vorredners. Bezirksrätin Gisela Kriegl dankte Pater Heinrich für die großartige Zusammenarbeit im Rahmen der integrativen Arbeit im Vorschulbereich, MdL Dr. Martin Huber unterstrich die Bedeutung des Seraphischen Liebeswerks in der Beratung und Begleitung von Erziehungsberechtigten, die „heute oft verunsichert und überlastet sind.“

Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl beleuchtete die enge Verbindung der Deutschen Caritas mit dem Seraphischen Liebeswerks. SLW-Gründer Kapuzinerpater Cyprian Fröhlich hat den Deutschen Caritas-Verband mitbegründet. Bis heute sind beide Werke eng miteinander verbunden und betreiben gemeinsam eine wichtige Lobbyarbeit für Kinder, Jugendliche und Familien.

Von weit her waren die Gäste angereist, um Pater Heinrich zu danken, wie etwa Altbürgermeister Hans Lang und Gattin aus Herzogenaurach bei Nürnberg. Foto:SLW  

Franziskanische Spiritualität tut der sozialen Arbeit gut

Die Bedeutung der franziskanischen Spiritualität für die Bereiche Bildung und Erziehung im Kontext der christlichen Glaubensvermittlung stellte Festredner Pater Udo Schmälzle, em. Professor für Patoraltheologie und Religionspädagogik, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Christen, so P. Udo Schmälzle, sind heute gefordert, die Werte, die dem christlichen Menschenbild zugrunde liegen, authentisch in ihrem Alltag leben, um der fortschreitenden Entsolidarisierung in der Gesellschaft entgegenwirken. Werke wie das Seraphische Liebeswerk seien „Pilotprojekte“, die bei den Stärken und Ressourcen der Menschen ansetzen und die viel geforderte Chancengleichheit, etwa im Umfeld der Schule, auch Wirklichkeit werden lassen. Arbeit im sozialen Bereich brauche eine Grundhaltung der Empathie und Geschwisterlichkeit, das Lebenskonzept von Franz von Assisi liefere bis heute wichtige Impulse für ein Miteinander in der Gesellschaft, gab der Theologe der Festgemeinde mit auf den Weg.

Br. Marinus Parzinger übernimmt als neuer Präses die Leitung für das SLW aus den Händen von Pater Heinrich Grumann. Foto:SLW  

Präses Br. Marinus tritt die Nachfolge an

Diesen Weg wird nun Br. Marinus Parzinger als neuer Präses für das SLW weitergeben, jedoch nicht allein, sondern mit einem „wunderbaren Team“ und vielen Unterstützern, so der neue Präses in seiner Predigt am Ende des Festtages. Er freut sich auf viele Begegnungen und die Arbeit an der Spitze des Seraphisches Liebeswerks, das seinem Auftrag treu bleiben wird: Da zu sein für Kinder und Jugendliche, ihnen Halt und Heimat schenken und sie in ein selbstständiges Leben begleiten!

» Artikel lesen © Alt-/Neuöttinger Anzeiger (18.02.2020)
» Artikel lesen © Bistum Passau (17.02.2020)
» Video anschauen © rfo (19.02.2020)