Aktuelle Berichte der Stiftung SLW

 
Profilarbeit im Kinderhilfswerk der Kapuziner

Das SLW stellt die Weichen für die Zukunft

Christlichkeit – Grundhaltung – Fachlichkeit. Diese drei großen Zukunftsthemen waren Inhalt und Diskussionsgrundlage des zweiten Teils der SLW Zukunftswerkstatt in Kloster Weltenburg. Rund 40 Vertreter*innen aus allen Einrichtungen der Stiftung SLW sowie das Leitungsgremium der Stiftung mit SLW Präses Pater Heinrich und Provinzialminister Br. Marinus Parzinger setzten sich intensiv mit diesen Kernthemen auseinander und stellten sich die Frage: Welche Bedeutung haben eine franziskanisch geprägte Christlichkeit, eine gemeinsame Grundhaltung sowie eine stiftungsweit einheitliche Fachlichkeit für das gemeinsame Selbstverständnis und den pädagogischen Auftrag?

2018 tagte das Plenum erstmals und definierte die Themen Grundhaltung, Personalpolitik, Kundenorientierung, Fachlichkeit, Christlichkeit, Wirtschaftlichkeit, Stabilität sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeit als wegweisend für die zukünftige Weiterentwicklung der Stiftung.

 


Foto:SLW

 

Einige Zielvereinbarungen der Zukunftswerkstatt Teil 1 sind bereits umgesetzt

Geschäftsführender Vorstand Stefan König charakterisierte das SLW als „großen Bauchladen“ mit unterschiedlichsten Betreuungs- und Förderangeboten, angefangen für Kleinkinder bis hin zu jungen Erwachsenen. Gerade die abgestimmten Betreuungsformen in Kombination mit einer Beschulung eröffne Mädchen und Jungen, die woanders bereits gescheitert sind, neue Perspektiven. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr kleine Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern aufhören oder sich großen Wohlfahrtsverbänden anschließen und damit der soziale Markt von einigen wenigen „großen Playern“ dominiert werde, die dann die Angebotspalette dominieren und die Preislandschaft bestimmen, so Vorstand König, ist die weitere Etablierung der „Marke SLW“ entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Einrichtungsverbundes. Erfreulich sei es, dass aus den definierten Zukunftsthemen der ersten Tagung schon konkrete Ableitungen festzustellen sind: So ist das SLW-Leitbild aktualisiert sowie das Vorstands-Qualitätshandbuch überarbeitet worden. Zudem konnte das Forum SLW als stiftungsweite Fortbildungsplattform neu gestartet werden. Darüber hinaus sind bereits erste Maßnahmen der Drittmittelakquise eingeläutet worden.

 

Christlich-franziskanische Akzente stärken das Profil des SLW

Geschäftsführender Vorstand Johannes Erbertseder legte in seiner Zukunftsbetrachtung das Spannungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe in Bezug auf den gesellschaftlichen Wandel zu Grunde: „Der zunehmende Bedarf, Angebotsformen der Jugendhilfe zu intensivieren, die erhöhten Anfragen, immer jüngere Kinder teil- und vollstationär zu betreuen sowie die ständige Anforderung, bestehende Hilfen dem jeweiligen Bedarf anzupassen und weiterzuentwickeln stellen das SLW vor große Herausforderungen, gerade in Zeiten einer strukturell unterfinanzierten Jugendhilfelandschaft und des sich immer stärker bemerkbar machenden Fachkräftemangels. Als Kinderhilfswerk der Kapuziner hat sich die Stiftung SLW auf dem Feld der freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe positioniert und setzt sich mit seinem spezifisch seraphisch-franziskanischen Leitbild für ein lebendiges Miteinander und gegen die Ausgrenzung von benachteiligten jungen Menschen mit fachlich hoher Qualität ein. Aktuell befindet sich die Stiftung in einer Umbruchsphase, denn SLW Präses Pater Heinrich als Identifikationsfigur und Brückenbauer wird zum Ende des Jahres seinen Vorsitz in der Stiftung abgeben. „Das müssen wir gestalten!“, formulierte Vorstand Erbertseder diesen Übergang und Entwicklungsprozess.

 


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Franziskanische Leitgedanken stützen modernen Erziehungs- und Bildungsbegriff

Provinzialminister und Stiftungsratsvorsitzender Bruder Marinus Parzinger thematisierte in seinem Impulsvortrag das Leben des Hl. Franziskus und skizzierte mögliche Leitlinien für das pädagogische Tun von heute. Unter dem Titel „Franz von Assisi und wir“ verknüpfte Bruder Marinus die Lebensstationen und die Motivation des Hl. Franziskus mit dem aktuellen Bild von Erziehung und Bildung und legte der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen franziskanische Leitgedanken zu Grunde. Das christliche Menschenbild, die gelebte Nächstenliebe, die Dialogbereitschaft, der Mut zum Neuanfang oder auch die Solidarität mit Ausgegrenzten seien Ausdruck eines christlich-franziskanischen Konzeptes, das sich im Auftrag der Stiftung SLW wiederfinde.

Die Teilnehmenden setzten sich in konzentrierten drei Arbeitsphasen intensiv mit den Kernthemen der Christlichkeit, der Grundhaltung und der Fachlichkeit auseinander. Die jeweils definierte Zielformulierung aus der Zukunftswerkstatt Teil eins war dabei Ausgangspunkt für die vertiefte Auseinandersetzung des Themenfeldes im Hinblick auf Schule, Hilfen zur Erziehung und Kindertagesstätten im SLW. Die Gruppen formulierten konkrete Aussagen und zeigten in ihren Ausführungen, wie die drei Zukunftsthemen in den Einrichtungen umgesetzt werden und identitätsstiftend wirken können.

Einig waren sich alle Teilnehmenden, dass sich die ausgearbeiteten Aspekte gegenseitig bedingen und aufeinander aufbauen. Gerade der Weg der franziskanischen Akzentuierung ermögliche die enge Verwebung von Wertehaltung mit dem pädagogischen Tun, so der Konsens des Plenums. In einem nächsten Schritt werden nun Möglichkeiten der stiftungsweiten Kommunikation der Ergebnisse erarbeitet, damit alle Mitarbeitenden am Zukunftsprozess der Stiftung SLW teilnehmen können. 2020 werden sich dann die Teilnehmenden im Kloster Weltenburg wiedersehen: Zum Teil drei der SLW Zukunftswerkstatt!

 

Die Weichen für die Zukunft werden im Heute gestellt

Agieren statt reagieren; den Kopf bei Schwierigkeiten nicht in den Sand stecken, sondern nach Lösungen suchen: diese Kompetenz gepaart mit der Bereitschaft, kollegial und wertschätzend in den offenen Diskurs über die Zukunftsfähigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten der Stiftung SLW Altötting einzusteigen, wurde in der Auftaktveranstaltung der SLW-Zukunftswerkstatt eindrucksvoll bewiesen. 

Der gesamte Vorstand mit Pater Heinrich Grumann, Johannes Erbertseder und Stefan König sowie Stiftungsratsvorsitzender Br. Marinus Parzinger bedankten sich ausdrücklich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die große Bereitschaft der engagierten Mitarbeit, die in diesem konstruktiven Zusammenspiel Folgeveranstaltungen möglich werden lässt.



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Für 2019 ist bereits eine Fortsetzung der SLW-Zukunftswerkstatt geplant. In der nächsten Tagung werden dann die umgesetzten Maßnahmen vorgestellt und bewertet und weitere konkrete Handlungsschritte definiert für die Stiftung SLW als professioneller Kinder- und Jugendhilfeanbieter mit Herz von Morgen.